Die Instrumentation als „Mitgestalterin“ der Form

Einleitung

Die Bedeutung der Instrumentation, als formschaffende Kraft ist verständlicherweise groß. Sie kann Form schaffen oder Form mitschaffen. Ihre form­schaffende Kraft ist vielleicht fest­stellbar seit Richard Wagner. Das Vor­spiel zum „Rheingold“ von Richard Wagner ist der Start eines form­schaffenden Klang­denkens.

Grundlegendes zur „Instrumentation als „Mitgestalterin“ der Form“

Musikalische Form (die äußere Gestalt) hat ihr Gegenstück in der musikalischen Idee (dem inneren Gehalt) und die Instrumentation kann am Gestalten der Form maßgeblich beteiligt sein. Zudem kann sie Form auch erlebbar und nachvollziehbar machen.

Ihre Hauptaufgabe im Bezug auf den formalen Aufbau einer Komposition besteht in der klanglichen Ausprägung ihrer Formteile. Durch die klangfarbliche Charakterisierung der Formteile. Als bespiel werden Gliederungen gebildet oder verdeutlicht.

Anderseits ist es möglich durch die Instrumentation, ein Musik-Werk mit Klangfarben so zu bereichern, dass zur einer Lockerung und Auflockerung der Form führen kann. Sie kann die gliedernde und ordnende Funktion der Harmonik unter­stützen. Die betreffende Harmonien, entsprechend ihrer Funktion erscheinen lassen.

Als Beispiel dafür nehmen wir Übergänge oder Durchführungsteile zwischen 2 fest abgrenzende Teile mit wenig klarer Harmonik. Beispielhaft wäre hier eine „verschleiert„ klingende Akkordverbindung. Durch die entsprechende Instrumentierung der betreffenden Akkordverbindung wäre das realisierbar.

Sie macht formschaffendes Klangdenken möglich und gewinnt dadurch als kompositorische Maßnahme eigene Bedeutung. Sie kann als eine Orie­ntie­rungs­hilfe der inneren Logik angesehen werden.

Ein Gliederungsprinzip, wie das der Wiederholung (2 Teile sind gleich) kann über die Instrumentation verschleiert werden. Ein Gliederungsprinzip, wie das der Variation (2 Teile sind einander ähnlich) kann sie verdeutlichen oder das des Kontrasts (2 Teile sind verschieden) Verschärfen. Sie kann als ein Mittel zur deutlichen Ausbildung des formalen Aufbau einer Komposition eingesetzt werden.

Die Verdeutlichung der formalen Konstruktion einer Komposition über instru­mentatorische Mittel, ist eine zusätzliche Möglichkeit, die Formgestalt der Komposition besser wahrnehmen zu können. Dabei darf nicht zwischen der äußerlichen Abwechslung und der Verdeutlichung der Form ver­wechselt werden.

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